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Herbstprogramm 2019

Leitung: Prof. Dr. Rolf Bürki

Universität St. Gallen
neu im Raum 01 - 013, Hauptgebäude

Montag, 18:15 - 19.45 Uhr



Entlang der Neuen Seidenstrasse

30. September
Klimawandel und die historische Entwicklung der Seidenstrasse
Prof. Dr. Dominik Fleitmann, Universität Basel

Die Seidenstrasse ist eine der ältesten Handelsrouten und wurde erstmals während der Han Dynastie in China (206 BC – 220 AD) urkundlich erwähnt. Während ihrer langen Geschichte wurde der Handel entlang der Seidenstrasse immer wieder durch den Aufstieg und Fall von Zivilisationen und Dynastien beeinflusst. Dabei wird bis heute kontrovers darüber diskutiert, ob Klimaschwankungen zu tiefgreifenden gesellschaftspolitischen Veränderungen beigetragen haben. In dem Vortrag wird anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt, dass Klimaschwankungen während der letzten 2000 Jahre ein wesentlicher Faktor für tiefgreifende ökonomische und kulturelle Veränderungen in den Gebieten entlang der Seidenstrasse waren.


14. Oktober
Alte Seidenstrasse: Zwischen Orient und Okzident
Prof. Dr. Rudolf A. Mark, Universität der Bundeswehr in Hamburg

Auf der historischen «Seidenstrasse» wurden neben Luxustextilien vor allem auch Sklaven, Weihrauch, Künste und religiöse Offenbarungen befördert, Waren und Werte, die Xi Jingpin bei seiner aktuellen Seidenstrasse-Initiative wohl kaum im Sinn gehabt haben dürfte. Wie Handel und Globalisierung in historischer Zeit funktionierten, soll im Vortrag beleuchtet werden.


28. Oktober
Chinas Infrastrukturprojekte in Zentralasien - Kann der Gigantismus der "Neuen Seidenstrasse“ nachhaltig sein?
Prof. Dr. Agnieszka Joniak-Lüthi, Universität Zürich

2013 hat Chinas Präsident Xi Jinping den Silk Road Economic Belt, einen euroasiatischen ‚wirtschaftlichen Gürtel’, lanciert. Die Initiative sieht den Bau transkontinentaler Infrastrukturnetzwerke vor, mit dem Ziel, den euroasiatischen Kontinent in einen eng vernetzten Raum zu verwandeln. Das Projekt «ROADWORK: An Anthropology of Infrastructure at China’s Inner Asian Borders», das am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaften an der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Agnieszka Joniak-Lüthi durchgeführt wird, erforscht die soziale Komplexität und Ambiguität der gebauten Infrastruktur. In ihrem Vortrag wird Prof. Joniak-Lüthi sowohl das Projekt und die ersten Ergebnisse vorstellen, als auch die langfristigen sozialen und ökologischen Implikationen der neuen Infrastruktur diskutieren.


11. November
Abschied von Yak und Yeti – Eine Sherpagemeinde auf dem Weg in eine globalisierte Welt
Prof. Dr. em. Rudolf Baumgartner, ETH Zürich

Kann das Seidenstrassenprojekt für Nepal neue Türen zu unserer globalisierten Welt aufstossen – auch zum Wohl ärmerer Bevölkerungsschichten? Der Gebirgstourismus im Himalaya zeigt uns Potential und Grenzen einer Globalisierung auf. Aus dieser Perspektive dokumentiert das Referat den eindrücklichen Weg einer Sherpa Gemeinde, der sie aus einer isolierten, agro-pastoralen Wanderwirtschaft der Vergangenheit in eine global vernetzte Lebenswelt der Gegenwart führte.

25. November
China und Afrika – immer enger verbunden
Ruedi Küng, Afrikakorrespondent, Zürich

Seit 20 Jahren baut die VR China ihren Einfluss in Afrika aus. Mit dem ersten sino-afrikanischen Forum in Beijing im Jahr 2000 begann die Führungselite der VR China eine beispiellose Intensivierung der Beziehungen mit den afrikanischen Ländern und Institutionen. Im Vordergrund standen dabei wirtschaftliche Bande. Doch es zeigte sich bald, dass China auch geopolitische Interessen verfolgt. Im Gegenzug sahen viele afrikanische Machthaber im zunehmenden chinesischen Engagement, das an keine Bedingungen in Bezug auf Demokratie oder Menschenrechte gebunden ist, eine willkommene Alternative zu den Beziehungen mit den Staaten und Institutionen des Westens. Inzwischen hat sich China von einem relativ marginalen Akteur in Afrika mit einem Handelsvolumen von rund 10 Milliarden Dollar im Jahr 2000 zum grössten Wirtschaftspartner des Kontinents entwickelt. Der Gesamtwert der chinesischen Exporte auf den Kontinent und der Importe aus Afrika nach China betrug im Jahr 2017 mehr als 170 Milliarden Dollar. Wie aber steht es um die darüber hinausgehenden chinesischen Interessen?

9. Dezember
Glanz und Elend an der Seidenstrasse Usbekistans - Ursachen und Entwicklung des Aralsee-Syndroms
Prof. Dr. Christian Opp, Universität Marburg

Einführend werden die Geschichte und der Bedeutungswandel der Seidenstraße(n) vorgestellt, ebenso wie die Naturausstattung und die Landnutzung in Zentralasien, als den Transitraum der Seidenstraße(n) zwischen Orient und Okzident. Im Anschluss erfolgt ein landeskundlicher Überblick über Usbekistan. Bereits bis hierhin werden einige Ursachen und Folgen der Aralsee-Katastrophe deutlich, die der Referent in vier Forschungsprojekten näher untersucht hat. Zum Abschluss nimmt der Vortragende die Zuhörer mit auf eine Exkursion durch Usbekistan und Teilen Nord- und West-Tadschikistan entlang alter Seidenstraßen-Handelsrouten. Dabei werden sowohl landeskundliche Überblicke als auch architektonische Highlights u.a. der Städte Taschkent, Kokant, Ferghana, Khujand, Pendschikent, Duschanbe, Termez, Schachrisabs, Samarkand, Buchara, Chiwa, Nukus entlang der Seidenstraße(n) und zuletzt Eindrücke vom trockengefallenen Aralsee präsentiert.