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Herbstprogramm 2020

Leitung: Prof. Dr. Rolf Bürki

Universität St. Gallen
online mit zoom
(Link bei der Anmeldung an der HSG!)

Montag, 18:15 - 19.45 Uhr



Zukunft aus Afrika

28. September

Hochgebirge und Regenwald – ein Blick in die Umwelt- und Menschheitsgeschichte in Äthiopien und Kamerun

Prof. Dr. Heinz Veit, Universität Bern

Wann und in welchem Ausmass waren tropische, vor allem afrikanische Hochgebirge in der letzten Kaltzeit vergletschert? Ab wann wurden ostafrikanische Hochgebirge besiedelt? Lebte die eiszeitliche Savannenbevölkerung teilweise direkt an den Gletschern? Warum? Was hat es mit den überdimensionalen Steinstreifen in den Bale Mountains in Äthiopien auf sich? Und wie entwickeln sich tropische Böden? Welche komplexe Landschafts- und Klimageschichte können sie uns erzählen? Und was hat das für Konsequenzen für unser Verständnis von Bodenzerstörung und Bodenerosion?

Das sind einige der zentralen Fragen, die im Vortrag angeschnitten werden. Gemeinsam ist ihnen der Raum südlich der Sahara, vor allem das äthiopische Hochland und Kamerun. Gemeinsam ist ihnen auch der Blick weit zurück in die Vergangenheit, bis in die letzte Kaltzeit und darüber hinaus. Während Gletscher relativ direkt auf Klimaänderungen reagieren, und ein Gletscherhochstand damit eine Klimaphase von Jahrzehnten oder Jahrhunderten repräsentiert, sind Böden ein Archiv, das vom ersten Tag der Verwitterung an - und das kann in den Tropen Millionen Jahren her sein (!) – die Umwelt- und Klimaeinflüsse speichert. Es gibt wohl kaum ein komplexeres Archiv als die Böden. Sie haben alle Veränderungen der Vergangenheit mitgemacht.

Im Vortrag werden Ergebnisse aus zwei laufenden Projekten vorgestellt.


12. Oktober

Frieden und Sicherheit in Afrika – Die Rolle der Afrikanischen Union

Prof. Dr. Ulf Engel, Universität Leipzig

Angesichts zahlreicher komplexer und lang anhaltender transregionaler Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, geniesst das Thema «Frieden und Sicherheit» in Afrika allerhöchste Priorität. Es sind vor allem die Afrikanische Union (AU) und die regionalen Wirtschaftsgemeinschaften (RECs), welche die Konflikte in der erweiterten Sahara-Zone um Mali und Libyen, am Horn von Afrika und im Gebiet der Grossen Seen adressieren. Prof. Dr. Ulf Engel vom Institut für Afrikastudien der Universität Leipzig, der die AU seit 2006 in Fragen von Frühwarnung und Konfliktprävention berät, diskutiert in seinem Vortrag die Erfolge und Herausforderungen der AU-Politik im Bereich «Frieden und Sicherheit». Er beleuchtet dabei auch die Fortschritte beim Aufbau der parallelen Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA) und der Afrikanischen Governance-Architektur (AGA).

 

26. Oktober Der Vortrag fällt leider coronabedingt aus!

Die neue Generation

Anna Lemmenmeier, Afrikakorrespondentin SRF, Nairobi; Fabian Urech, NZZ-Auslandredaktion, Bern


9. November          

Sind afrikanische Städte «anders»? Umweltwandel, Risiko und Lebensalltag in den Städten Ost- und Südafrikas

Prof. Dr. Fred Krüger, Universität Erlangen-Nürnberg

In den Städten des östlichen und südlichen Afrika vollzieht sich gegenwärtig ein außerordentlich dynamischer Transformations­prozess. Die Städte und ihre Bewohner sehen sich mit einer Vielzahl widersprüchlicher Phänomene des Wandels konfrontiert. Witterungsbedingte Extremereignisse (letztlich vom Klimawandel beeinflusst) sowie massive Umweltdegradation, Übernutzung natürlicher Ressourcen und Landreserven und ein teilweise exorbitantes Bevölkerungswachstum bilden ökologische, ökonomische und soziale Stressoren. Diese akkumulieren sich zu Risiken, welche die ohnehin schon prekäre Lebenssituation verwundbarer urbaner Bevölkerungsgruppen noch verschärfen. Auch Stadtverwaltungen und andere in die städtische Planung und das Stadtmanagement Involvierte sind betroffen, denn ihnen fehlen zunehmend die Ressourcen und Kapazitäten, um ihre Aufgaben hinreichend zu erfüllen. Andererseits ist festzustellen, dass Stadtbewohner/-innen (die als Bürgerinnen und Bürger nur selten aktiv in Planungsprozesse eingebunden werden) zahlreiche kreative Lösungen entwickeln, um ihre Lebenswelten in der Stadt zu gestalten. Solchen innovativen Entwicklungen – gelegentlich bereits als spezifischer „afrikanischer Urbanismus“ oder gar als „Rogue Urbanism“ (abtrünniger Urbanismus) bezeichnet – wird bisher noch wenig Beachtung geschenkt. Der Vortrag lotet die Herausforderungen aus, mit denen sich die Bewohner/-innen der ost- und südafrikanischen Städte konfrontiert sehen, und zeigt an einigen konkreten Beispielen die spannenden Potenziale und kreativen Strategien an der Schnittstelle von Umweltwandel, „Recht auf Stadt“ und urbanem Lebensalltag auf.

 

23. November

Globale Gesundheit – Innovation aus Afrika?

Prof. Dr. Julia Tischler, Zentrum für Afrika-Studien, Universität Basel

Wissenschaftliche und politische Diskurse über Innovation setzen häufig stillschweigend voraus, dass neue Entwicklungen im Westen stattfinden, während der «Rest» der Welt sie (mehr oder minder dankbar) übernimmt. Der Vortrag hinterfragt dieses einseitige Verständnis und richtet den Blick auf mögliche Innovationen aus Afrika im Gesundheitsbereich. Welche Wissensbestände, Praktiken oder Anwendungen, die zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Afrika konzipiert wurden, sind für Fragen der Gesundheit weltweit relevant geworden – oder haben das Potential dazu? Was kann der Westen angesichts schrumpfender öffentlicher Haushalte und alternder Gesellschaften möglicherweise von afrikanischen Ländern lernen? Der Vortrag berichtet über ein interdisziplinäres, vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes Projekt der Geschichtswissenschaft (Universität Basel), Public Health (Swiss TPH) und Stadtplanung (EPFL) (globalheathafrica.ch).


7. Dezember

Handys und Internet für Bauern in Afrika im Zuge der Globalisierung

Prof. Dr. Peter Dannenberg, Universität zu Köln

Dieser Vortrag stellt die rapide Verbreitung von Mobiltelefonen und Smartphones in Afrika am Beispiel
des kenianischen Gartenbaus anschaulich dar und diskutiert ihre Potentiale und Schattenseiten. 
Der Beitrag zeigt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones auch für viele Kleinbauern
Chancen bietet. Dies gilt z.B. für die Integration in regionale und globale Wertschöpfungsketten 
(z.B. durch Onlinemarktplätze), den Zugang zu Wissen und den Transfer durch ‘mobile payment’.
Gleichzeitig können aber auch Risiken und Abhängigkeiten entstehen.